Nur schön reicht nicht: Warum das Frontend im Webkonfigurator strategisch ist

Frontend als strategische Entscheidung

Als Schnittstelle des Konfigurators zu den Nutzern erfüllt das Frontend wichtige Aufgaben, die für den Erfolg des Konfigurationsprojektes mitentscheidend sind.

Warum beschäftigen wir uns mit dem Frontend?

Das Frontend – also die grafische Benutzeroberfläche einer Software – stellt immer den ersten Kontakt des Nutzers mit einem System dar und bietet in der Regel eine Interaktionsmöglichkeit an.

Eine Software, eine App wird nur akzeptiert, wenn das Frontend funktioniert und akzeptiert wird. Alleine schon daraus lässt sich die Wichtigkeit des Frontend im Produktkonfigurator ableiten, denn der erste Eindruck ist bekanntlich enorm wichtig. Doch reicht es wirklich, wenn das Frontend einfach nur schön aussieht? Nein, natürlich nicht. Das Frontend ist die Schnittstelle zwischen dem Produktwissen auf der einen und den unterschiedlichen Nutzergruppen auf der anderen Seite. Beides muss optimal miteinander verbunden werden und den Nutzern ermöglichen, ihre Aufgaben mit dem Konfigurator effizient zu erfüllen.

In diesem Beitrag lesen Sie, worauf Sie bei der Auswahl der Konfigurationssoftware hinsichtlich des Frontend achten sollten und welche Aspekte bei der Gestaltung des Frontend eine wichtige Rolle spielen.

Die Rolle des Frontend im Webkonfigurator

Als Schnittstelle zu den Nutzern hat das Frontend einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung. Es vermittelt den ersten Eindruck, stellt den ersten Kontakt dar. Der erste Eindruck ist zunächst einmal ein rein optischer und oft entscheidend dafür, ob man Lust verspürt, weiterzumachen. Schön aussehen ist also ein wichtiger Aspekt in der Gestaltung. Selbstverständlich sollte die Optik zum Corporate Design passen und sich nahtlos in die Unternehmensdarstellung einfügen.

Aber Design ist nicht alles: Das Frontend muss natürlich die Usability sicherstellen, also so funktionieren, dass das System genutzt werden kann und am Ende zum gewünschten Ergebnis führt.

Für eine optimale Nutzbarkeit sollte auch bei einer hohen Produktkomplexität eine intuitive Bedienung ohne Anleitung oder Schulung für den Nutzer der Oberfläche möglich sein.

Und nicht zuletzt bietet das Frontend die Möglichkeit der Interaktion mit dem Konfigurator, ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn dieser auf der Website veröffentlicht ist.

Eine Oberfläche – zwei Welten

Einen Produktkonfigurator nutzen die unterschiedlichsten Anspruchsgruppen. Alle stellen unterschiedliche Anforderungen und erwarten natürlich für ihre Aufgaben/Ansprüche die optimale Oberfläche. Dabei wird zwischen internen und externen Nutzern unterschieden.

Für alle gilt gleichermaßen, dass sie das System nur dann nutzen werden, wenn sie damit eine positive UX (User Experience) verbinden.

Externe Nutzer: UX entscheidet

Die wichtigste Gruppe unter den externen Nutzern sind die Kunden und Partner, die über die Website auf den Konfigurator zugreifen und dort ihre individuelle Produktvariante erstellen.

Kunden haben in der Regel wenig Erfahrung mit dem Produkt und kennen die Möglichkeiten nur oberflächlich. Auch Abläufe in Produktion und Konstruktion sind ihnen naturgemäß fremd.

Für die Kunden ist die primäre Anforderung daher eine einfache, selbsterklärende bzw. gut geführte Bedienung. Klar gegliederte Strukturen und übersichtliche Eingabemöglichkeiten, die sich auf das Nötige beschränken, machen die Konfiguration durch Externe erst möglich.

Damit die Kunden nachvollziehen können, wie sich die Eingaben im Konfigurator auswirken ist eine sofortige visuelle Darstellung (Preview) unbedingt erforderlich. Sie steigert das Verständnis der Eingaben und gibt den Kunden Sicherheit bei ihrer Entscheidung.

Ebenso wesentlich ist eine angemessene Geschwindigkeit, denn niemand möchte lange Ladezeiten in Kauf nehmen, wenn man vor dem Rechner sitzt.

Falls mal etwas nicht korrekt eingegeben wird, sind verständliche Fehlermeldungen für den Kunden eine große Hilfe, um seine Eingaben korrigieren und den Prozess ohne Unterstützung fortsetzen zu können.

Für das Unternehmen bedeutet eine positive UX durch einen gut durchdachten Konfigurationsprozess weniger Rückfragen in der Technik, höhere Abschlussquoten, schnellere Prozesse, da sich Kunden schnell zurechtfinden, und am Ende ein positives Image.

Interne Nutzer: Effizienz vor Ästhetik

Interne Nutzer verteilen sich auf die unterschiedlichsten Abteilungen, je nachdem wie das Konfigurationssystem ausgestaltet ist. Jede dieser Gruppen hat ihre eigenen, speziellen Anforderungen an den Konfigurator und sein Frontend. Die typischsten Nutzergruppen greifen wir hier einmal heraus.

Vertrieb

Der Vertrieb ist die Abteilung, die traditionell am nächsten am Kunden dran ist. Er betrachtet daher vieles aus Kundensicht und hat damit auch sehr ähnliche Anforderungen an die Software wie die Kunden. Vertriebler legen Wert auf eine visuelle Darstellung, damit sie dem Kunden schnell und einfach erklären und zeigen können, wie das fertige Produkt aussehen wird. Eine ebenso große Rolle spiel die Geschwindigkeit, denn niemand möchte lange Phasen des Wartens in einem Kundengespräch überbrücken müssen, da dies dem Image schaden kann.

Für den Vertrieb spielt Effizienz eine große Rolle. Daher ist es wichtig, das Frontend übersichtlich zu gestalten und dennoch größtmögliche Varianz zu ermöglichen. Eingaben müssen schnell und einfach zu machen sein.

Und dann braucht der Vertrieb schnelle Dokumente. Es muss also möglich sein, die Vertriebsdokumente direkt vor Ort zu erzeugen und ggf. auch zu versenden, damit schon im Gespräch das Angebot und die Kundenzeichnung vorliegen, ohne dass ein Techniker hinzugezogen werden muss.

Back Office

Hier betrachten wir alle technischen Abteilungen, die nicht im direkten Kundenkontakt stehen, also die klassischen Power User wie die Arbeitsvorbereitung. Diese User haben komplett andere Anforderungen als Kunden und Vertrieb. Hier geht es darum, die maximale Informationsdichte zu erreichen und einen direkten Zugriff auf alle Details zu ermöglichen. Auch hier sind ist Übersichtlichkeit und eine gute Nutzerführung gefragt, damit alle Informationen schnell eingegeben werden können. Wie in allen Abteilungen spielen auch hier Effizienz und Geschwindigkeit eine wichtige Rolle. Das Frontend muss also so aufgebaut sein, dass alles schnell funktioniert.

Am Ende müssen detaillierte Dokumente generiert werden können, die dann auch direkt den weiteren Nutzern zur Verfügung stehen.

Herausforderung: Beide Welten in einem System

Darin besteht nun die größte Herausforderung: Alle Anforderungen sollen in einem System vereint werden, denn nur so greifen alle Nutzer auf dieselben Daten zu und Medienbrüche werden vermieden. Diese Durchgängigkeit und Konsistenz der Datenbasis sorgt für hohe Effizienz und extrem niedrige Fehlerquoten.

Mit einem starren Frontend, das für alle gleich gestaltet ist, wird man dies nicht erreichen. Es geht also um flexible Gestaltungsmöglichkeiten.

Auf das System sollte man rund um die Uhr zugreifen können. So bedient man ohne Schwierigkeiten internationale Kunden und ermöglicht die unkomplizierte Zusammenarbeit in internationalen Teams ebenso wie eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit.

Flexibilität als Schlüsselfaktor

Nur ein flexibles Frontend wird eine effiziente Nutzung des Konfigurators und eine positive UX ermöglichen. Folgende Aspekte sind dabei zu beachten:

Anpassbarkeit

Achten Sie bei der Wahl der Konfigurationssoftware darauf, dass sie die Definition von unterschiedlichen Benutzerrollen erlaubt, an die dann eine spezifische Gestaltung des Frontend geknüpft werden kann.

Ebenso sollte das Frontend auch an unterschiedliche Produkte anpassbar sein, denn diese erfordern natürlich unterschiedliche Abläufe und Eingaben.

Individualisierung

Selbstverständlich erwarten Sie von einem Frontend, dass es Ihre individuellen Wünsche und Anforderungen erfüllt. Dazu gehört neben der optischen Anpassung an Ihr Corporate Design die Möglichkeit, die Eingabemaske individuell aufzubauen und damit genau die Angaben abzudecken, die für Sie notwendig sind und diese nach Ihren Wünschen anzuordnen.

Auch die visuelle Produktvorschau sollte sich nach ihren Wünschen gestalten lassen, indem sie Ansichten, Lichtquellen, Zoomfaktoren, Hintergründe und vieles mehr einstellen können. Die Einstellmöglichkeiten der Preview sind derart komplex und damit individuell, dass sie einen eigenen Beitrag verdienen.

Skalierbarkeit

Das Frontend muss so leistungsfähig sein, dass die gleichzeitigen Nutzerzahlen, aber auch die Anzahl der unterschiedlichen Nutzergruppen sehr groß sein dürfen. Auch für wenige Nutzer sollte es aber alle Möglichkeiten bieten.

Da Sie nie wissen, welche Produkte (oder Elemente) Sie später noch in den Konfigurator hinzufügen möchten, achten Sie darauf, dass der Konfigurator die Möglichkeiten nicht einschränkt, also erweiterbar ist und das Frontend für einfache und für komplexe Produkte gleichermaßen geeignet ist und immer eine optimale Nutzerführung ermöglicht.

Keine Programmierung

All diese Anpassungen sollten weitgehend ohne Programmierung möglich sein, denn nur das schafft echte Flexibilität. Auf diese Weise können Sie jederzeit selbst Änderungen und Optimierungen im Frontend vornehmen, ohne auf einen externen Dienstleister oder interne Spezialisten angewiesen zu sein.

Diese Anpassungen können immer mal nötig sein, wenn sich das CD mit der Zeit ändert oder wenn durch Produktänderungen neue Eingabefelder benötigt und andere überflüssig werden.

Typische Fallstricke

Was sind nun typische Fallstricke bei der Entscheidung für eine Konfigurationssoftware oder dem Aufbau des Frontend, die sich leicht vermeiden lassen, wenn man von Beginn an darauf achtet?

Fokus nur auf Optik

Einige Systeme und Unternehmen fokussieren sich ausschließlich auf die optische Gestaltung der Oberfläche und verlieren dabei die Funktionalität aus dem Blick. Ein wirklicher Benefit entsteht aber nur, wenn beides in Einklang steht. Reine CPQ-Systeme bieten oft eine tolle Oberfläche, scheitern aber in den Schritten tiefer im Prozess.

Keine Nutzerrollen

Der Versuch, für alle Nutzer ein einheitliches Frontend zu nutzen scheitert regelmäßig, da es entweder für die einen zu komplex wird oder den anderen Funktionalitäten fehlen. Besser ist immer eine auf die jeweilige Nutzerrolle abgestimmte Oberfläche.

Zu wenig Flexibilität

Die Entscheidung für eine Anwendung, die nicht ausreichend Flexibilität bietet, und daher nicht an individuelle Produkte und Prozesse angepasst werden kann oder dies nur mit einem sehr hohen Aufwand und zusätzlicher Programmierung durch Spezialisten oder externe Dienstleister möglich ist, wird nicht die optimale und effiziente Lösung für Ihr Unternehmen hervorbringen.

Unzureichende Performance

Auch wenn man mit einer geringen Nutzerzahl startet, was in den meisten Fällen so ist, sollte das System auf größere Nutzerzahlen ausgelegt sein, damit die Performance nicht leidet. Niemand wird ein System nutzen, bei dem schon die Oberfläche eine gefühlte Ewigkeit zum Aufbau braucht.

Fehlende Integration

Das Frontend als eigene Anwendung bedeutet einen eingeschränkten Nutzerkreis, denn eine Installation kommt insbesondere für Kunden kaum in Frage. Für einen flexiblen Zugriff ist daher die Möglichkeit der Integration in die Website oder der Zugriff über das Web entscheidend. Wählen Sie ein System, dass diese Möglichkeit ohne Programmierung bietet.

Kleinteiliges Denken

Eine zu starke Fokussierung auf eine einzelne Nutzergruppe führt am Ende zu Stückwerk und Medienbrüchen. Achten Sie also bei der Wahl Ihrer Software darauf, dass eine Erweiterung möglich ist, so dass Sie nicht für jede Nutzergruppe ein eigenes System und damit eine zusätzliche Schnittstelle einführen müssen.

Hoher Schulungsaufwand

Ist die Erstellung des Frontend kompliziert, benötigen die zuständigen Mitarbeiter ein hohes Maß an Schulung oder Betreuung, was zu hohen Kosten und geringer Flexibilität führt. Achten Sie also darauf, dass auch die Gestaltung der Oberfläche mit einfachen Mitteln und nach kurzer Einarbeitung möglich ist.

Bedienung nicht intuitiv

Ein Frontend, das nicht intuitiv bedient werden kann, weil entweder die Eingabemasken unverständlich, zu umfangreich oder zu unsortiert sind, führt nicht zum gewünschten Ergebnis. Achten Sie also darauf, das User Interface so zu gestalten, dass jede Nutzergruppe zum Erfolg kommt, auch bei komplexen Produkten. Bei weniger komplexen Produkten ist das natürlich einfacher, bei komplexen Produkten erfordert es eine gute Planung des Prozesses.

Fazit: Frontend ist strategische Entscheidung

Das Frontend ist nicht nur Design-Element, sondern ihm kommt eine zentrale Bedeutung für den gesamten Prozess zu. Es beeinflusst Nutzerakzeptanz, Effizienz und Vertriebserfolg. Daher sollte das Frontend nicht am Ende des Prozesses stehen, sondern strategisch geplant werden. Es ist kein isoliertes Element des Konfigurators, sondern muss immer im Zusammenhang mit den Prozessen und dem Regelwerk betrachtet werden. Einfach nur schön aussehen reicht eben nicht!

Girl

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